Der Umzug ins Pflegeheim oder ins Betreute Wohnen ist kein normaler Umzug. Es geht nicht darum, einen Haushalt von A nach B zu bringen, sondern darum, aus einem ganzen Leben das auszuwählen, was in ein oder zwei Zimmer passt. Dieser Ratgeber sagt Ihnen, womit Sie rechnen müssen, in welcher Reihenfolge Sie vorgehen und wer sich unter Umständen an den Kosten beteiligt.
Zahlt die Pflegekasse den Umzug ins Pflegeheim?
Hier gibt es eine Antwort, die viele überrascht, und sie hängt allein davon ab, wohin umgezogen wird.
Die Pflegekasse bezuschusst nach Paragraf 40 Absatz 4 SGB XI sogenannte wohnumfeldverbessernde Maßnahmen mit bis zu 4.180 Euro. Auch ein Umzug kann darunterfallen, wenn er die Selbstständigkeit erhält, etwa der Wechsel aus einer Wohnung im Obergeschoss in eine barrierefreie Erdgeschosswohnung oder ins Betreute Wohnen.
Der Haken: Für den Umzug in ein vollstationäres Pflegeheim gilt das nicht. Ein Heimplatz zählt nicht als individuelles Wohnumfeld im Sinne des Gesetzes. Wer also ins Heim zieht, bekommt aus diesem Topf nichts. Wer ins Betreute Wohnen zieht, kann einen Antrag stellen.

Ziehen zwei pflegebedürftige Menschen gemeinsam um, ein Ehepaar zum Beispiel, kann jeder den Betrag bei seiner Kasse geltend machen. Insgesamt ist die Maßnahme auf 16.720 Euro gedeckelt.
Den Antrag stellen Sie bei der Pflegekasse, am besten bevor der Umzug stattfindet. Nachträglich ist er zwar möglich, dann liegt die Beweislast für die Notwendigkeit aber bei Ihnen. Reichen die eigenen Mittel nicht aus, kann beim Heimumzug das Sozialamt über die Hilfe zur Pflege einspringen.
Wir sind ein Umzugsunternehmen und keine Pflegeberatung. Fragen Sie diese Punkte bitte konkret bei Ihrer Pflegekasse oder beim Pflegestützpunkt nach, jede Kasse entscheidet im Einzelfall.
Der Teil, den fast alle unterschätzen: die Menge
Eine Wohnung im Betreuten Wohnen hat oft dreissig bis fünfzig Quadratmeter, ein Heimzimmer deutlich weniger. Wer aus einem Haus mit hundertfünfzig Quadratmetern kommt, muss sich von einem großen Teil seines Hausrats trennen. Das ist keine Frage der Organisation, sondern eine Rechenaufgabe, die vorher feststeht.
Wer das verdrängt, trifft die Entscheidungen am Umzugstag, zwischen zwei Trägern und einem wartenden Wagen. Das ist der schlechteste Moment dafür, den es gibt. Planen Sie für das Aussortieren mehrere Wochen ein, nicht einen Nachmittag.
Viele beschreiben es hinterher als Erleichterung, wenn das über Jahrzehnte Angesammelte weg ist und die neue Wohnung sich leicht anfühlt. Dieser Satz stimmt, aber er gehört ans Ende. Das Aussortieren selbst ist anstrengend und oft schmerzhaft, weil an vielem Erinnerungen hängen.
In welcher Reihenfolge Sie vorgehen sollten
1. Maße und Regeln der Einrichtung erfragen
Bevor Sie irgendetwas sortieren: Fragen Sie nach dem Grundriss und den Maßen. Klären Sie, was gestellt wird. Viele Einrichtungen stellen Pflegebett, teils auch Schrank. Dann fällt Ihr eigenes Möbelstück weg, und das ändert alles Weitere.
2. Festlegen, welche Möbel mitkommen
Zeichnen Sie den neuen Raum grob auf und legen Sie die großen Stücke hinein. Erst wenn feststeht, welche Möbel mitgehen, ergibt sich fast von allein, wie viel Platz für alles andere bleibt.
3. Aussortieren, in Ruhe und in Etappen
Am besten raumweise und mit Pausen. Was zu Angehörigen geht, was verkauft oder verschenkt wird und was entsorgt werden muss, sollte am Ende räumlich getrennt stehen.
4. Erst dann den Umzugstermin festmachen
Wenn die Menge feststeht, lässt sich seriös planen, wie viele Leute und wie viele Fahrzeuge nötig sind. Vorher ist jede Aufwandsschätzung geraten.
Was mit dem passiert, was zurückbleibt
Die alte Wohnung muss in aller Regel geräumt und besenrein übergeben werden. Das ist die zweite Hälfte der Aufgabe und wird beim Planen gern vergessen. Praktisch bedeutet es: Der Umzug und die Haushaltsauflösung laufen als ein Vorgang, oft im Abstand weniger Tage.
Wir übernehmen beides in einem Auftrag, also den Umzug in die neue Wohnung und die Räumung samt Entsorgung dessen, was zurückbleibt. Was noch Wert hat, wird ausgesondert und nicht in den Container geworfen.
Am Umzugstag selbst
Zwei Dinge machen den Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten ersten Abend in der neuen Wohnung.
Erstens: Schränke und Betten gehören am selben Tag wieder aufgebaut. Ein großer Kleiderschrank geht selten unzerlegt durch Treppenhäuser, muss also demontiert und drüben wieder montiert werden. Wer abends vor Einzelteilen sitzt, hat einen schlechten Start.
Zweitens: Waschmaschine und Trockner gehören fachgerecht angeschlossen. Eine falsch angeschlossene Maschine ist eine der häufigsten Ursachen für Wasserschäden in Mietwohnungen. Transportsicherungen müssen vor der Fahrt hinein und danach wieder heraus, sonst nimmt die Trommel Schaden.
Wenn Sie Unterstützung brauchen
Wir begleiten solche Umzüge im Raum Mosbach und im gesamten Neckar-Odenwald-Kreis regelmäßig. Wie ein solcher Tag konkret abläuft, können Sie in unserem Projektbericht zu einem Umzug ins Betreute Wohnen nachlesen.
Rufen Sie früher an, als Sie denken. Nicht wegen des Termins, sondern weil wir Ihnen bei der Besichtigung sagen können, was realistisch in die neue Wohnung passt. Diese Einschätzung vor dem Aussortieren nimmt den größten Druck heraus. Die Besichtigung kostet nichts.