31 Tafelanlagen an einem Tag: Demontage und Entsorgung an einer Realschule

Ein europaweit tätiger Hersteller von Schul- und Büromöbeln hat uns als Subunternehmer beauftragt: Demontage und Entsorgung der kompletten Tafeltechnik einer Realschule, samt Beamern und Deckenschienen. An einem einzigen Arbeitstag, zu viert.

AuftragDemontage und Entsorgung von 31 Tafelanlagen
AuftraggeberHersteller für Schul- und Büroeinrichtungen, europaweit tätig
ObjektStaatliche Realschule Großostheim, Landkreis Aschaffenburg
AusführungAugust 2026
Teamvier Monteure
Dauerein Arbeitstag
Pylonentafel mit Kurzdistanzbeamer an der Deckenschiene in einem Klassenzimmer, Monteur beginnt mit der Demontage
Ausgangszustand: Tafel an der Wand, Beamer an der Deckenschiene. Diese Kombination macht den Abbau aufwendig.

Warum Schulaufträge im Sommer entschieden werden

Schulen lassen sanieren und ausstatten, wenn keine Kinder im Haus sind. Praktisch bedeutet das: Was in den Sommerferien nicht fertig wird, wird gar nicht fertig. Es gibt kein zweites Zeitfenster, in dem man zwei Wochen nachlegen kann, denn am ersten Schultag läuft der Unterricht.

Damit sind die Termine hart, und zwar für alle in der Kette. Ein Hersteller kann die neuen Tafeln nicht montieren, solange die alten an der Wand hängen. Verzögert sich der Rückbau um drei Tage, verschiebt sich alles Weitere mit, und am Ende steht ein Klassenzimmer im September ohne Tafel da. Genau deshalb wird dieser Teil an einen regionalen Partner vergeben, der kurzfristig mit voller Mannschaft anrücken kann.

Von August bis Anfang September drängt sich deshalb das gesamte Schuljahr an Umbauarbeiten in wenige Wochen. Wer in dieser Zeit als Dienstleister zuverlässig ist, wird im nächsten Sommer wieder angerufen. Wer einmal reizt, nicht.

Was der Auftrag verlangt hat

Der Auftraggeber liefert Schuleinrichtungen in ganz Europa. Wird eine Schule neu ausgestattet, muss die alte Einrichtung raus, und zwar in dem knappen Zeitfenster, in dem kein Unterricht stattfindet. Für diesen Teil wurden wir geholt.

Die Aufgabe klingt zunächst überschaubar: einunddreißig Tafelanlagen abbauen. Wer schon einmal vor einer modernen Pylonentafel gestanden hat, weiß, dass das kein Möbelabbau ist.

Warum zuerst die Technik herunter muss

Über fast jeder Tafel hängt ein Beamer an einer Deckenschiene, dazu kommen Stromzuführung, Signalkabel und Steuerung. Nichts davon lässt sich abreißen. Der Beamer wird von der Halterung geschraubt, die Verkabelung aus dem Kanal gelöst, die Schiene von der Decke genommen. Erst danach kann die eigentliche Tafel weg.

Monteur löst einen Beamer mit dem Akkuschrauber von der Deckenhalterung über der Tafel
Verkabelung einer Tafelanlage wird an der Deckenschiene freigelegt, zwei Tafelflügel stehen im Raum
Zwei Handgriffe, die vor jedem einzelnen der einunddreißig Abbauten stehen.

Die Pylonentafel selbst ist ein höhenverstellbares Aluminiumgestell mit Gasdruckfedern, Führungsschienen und mehreren Schwenkflügeln. Sie wiegt deutlich mehr, als sie aussieht, und sie steht am Ende ihres Weges nach unten immer noch unter Federspannung. Wer da unsauber arbeitet, beschädigt die Wand oder sich selbst.

Wie wir zu viert auf einunddreißig gekommen sind

Der Schlüssel war die Taktung. Statt dass vier Mann gemeinsam eine Tafel abbauen und dann zur nächsten gehen, haben wir die Arbeit in Stufen zerlegt und die Räume nacheinander durchlaufen lassen. Während im einen Raum die Technik abgenommen wurde, kam im nächsten schon das Gestell von der Wand, und im dritten lief bereits der Abtransport.

Vollständig zerlegte Pylonentafel mit Gestell, Schiene und Flügeln, bereit zum Abtransport im Schulgang
So sieht eine Tafelanlage aus, wenn sie abbaubereit ist: Gestell, Flügel und Schiene getrennt, Kabel gebündelt.

Der Abtransport lief über den Aufzug. Der ist bei so einem Auftrag der eigentliche Engpass: Er fährt so schnell, wie er fährt, und er nimmt mit, was hineinpasst. Deshalb haben wir die Taktung nicht am Abbau ausgerichtet, sondern am Aufzug. Wer das umgekehrt plant, hat vier Leute, die oben fertig sind und unten warten.

Vorher und nachher: warum wir jeden Weg fotografieren

In der Schule war an diesem Tag außer dem Hausmeister niemand. Keine Verwaltung, keine Bauleitung, niemand, der später bezeugen könnte, in welchem Zustand ein Flur oder eine Aufzugkabine vor unserer Ankunft war.

Genau deshalb fotografieren wir, bevor der erste Handgriff passiert. Den Aufzug, durch den an diesem Tag einunddreißig zerlegte Tafelanlagen nach unten gefahren sind. Die Flurwände, an denen zwei Meter lange Aluminiumgestelle vorbeigetragen werden. Türzargen, Bodenbelag, Kabinenwand. Und wenn wir fertig sind, dasselbe noch einmal.

Das ist keine Frage von Misstrauen, sondern eine Frage der Sachlage. Wenn drei Wochen später jemand einen Kratzer in der Aufzugkabine entdeckt, gibt es zwei Möglichkeiten: eine Diskussion ohne Grundlage, bei der am Ende der zuletzt Anwesende zahlt. Oder zwei Bilder mit Zeitstempel, die die Frage in zwei Minuten klären. Das schützt den Auftraggeber genauso wie uns, denn es belegt in beide Richtungen.

Wir machen das bei jedem gewerblichen Auftrag so, unabhängig von der Größe. Die Bilder in diesem Beitrag stammen aus genau dieser Dokumentation.

Entsorgung: getrennt statt gemischt

Im Container landet nicht alles zusammen. Die Aluminiumgestelle sind Metallschrott und haben einen Wert. Beamer und Steuerungen sind Elektroaltgeräte und müssen getrennt erfasst werden. Die beschichteten Tafelflächen sind wieder etwas anderes. Getrennt gesammelt ist das ein sauberer Vorgang, gemischt wird daraus teurer Restmüll.

Demontage und Entsorgung aus einer Hand: sortenrein gestapelte Aluminiumgestelle werden in den Container verladen
Sortenrein gestapelt im Container. Das ist der Unterschied zwischen Entsorgung und Wegwerfen.

Demontage und Entsorgung für Objekteinrichter

Für einen Hersteller oder Objekteinrichter zählt am Ende eine einzige Frage: Schafft der Partner das Volumen in dem Fenster, das zur Verfügung steht? Einunddreißig Tafelanlagen an einem Tag ist die Antwort darauf.

Dieser Auftrag lag nicht vor unserer Haustür. Großostheim liegt in Unterfranken, unser Sitz im Neckar-Odenwald-Kreis, dazwischen liegt der Odenwald. Für gewerbliche Aufträge fahren wir diese Strecke, weil ein Objekttermin planbar ist und sich eine volle Mannschaft dafür lohnt.

Wir arbeiten regelmäßig als Subunternehmer für Möbelhersteller und Objekteinrichter, beim Rückbau wie bei der Montage. Wenn Sie für ein Objekt einen Partner brauchen, der Termine hält, sauber übergibt und den Zustand vorher wie nachher dokumentiert, sprechen Sie uns an. Die Besichtigung vorab kostet nichts.

Nach oben scrollen